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Wohnmobil-Roadtrip Tipps & Tricks • 1/3 Einreise, Reservierungen & Co.

Von am 3. Oktober 2018

Wir waren gut 3 Wochen mit dem Wohnmobil in Kanada unterwegs und haben unsere Tipps & Tricks für einen Wohnmobil-Roadtrip durch dieses faszinierende Land für euch zusammengestellt. In diesem ersten Beitrag unserer dreiteiligen Reihe erfahrt ihr, was ihr bei der Vorbereitung einer solchen Reise beachten müsst.

 

 

# Einreise

Bei der Einreise nach Kanada ist zu beachten, dass Deutsche vorab eine elektronische Einreisegenehmigung benötigen. Diese Electronic Travel Authorization (kurz: eTA) könnt ihr auf der Internetseite der kanadischen Regierung beantragen. Es kostet 7 kanadische Dollar – also knapp 5 Euro – und muss mit einer Kreditkarte direkt bei der Beantragung bezahlt werden. Zudem benötigt ihr euren Reisepass, da das eTA elektronisch mit eurem Reisepass verknüpft wird, sodass ihr später bei der Einreise kein extra Formular vorzeigen müsst, sondern einfach euren Reisepass. In der Regel erhält man nur wenige Minuten nach der Beantragung eine E-Mail mit der Einreisegenehmigung. Das eTA ist, einmal genehmigt, für 5 Jahre gültig. Falls ihr innerhalb dieser Zeit einen neuen Reisepass bekommt, so müsst ihr auch ein neues eTA beantragen. Insgesamt ein recht einfaches und zudem kostengünstiges System.

 

# Truck Camper oder Wohnmobil?

Ursprünglich wollten wir einen Truck Camper buchen. Für all diejenigen unter euch, die diesen Begriff zum ersten Mal hören: Ein Truck Camper ist ein typischer Pick-Up, bei welchem auf der Ladefläche die Wohneinheit montiert ist.

Der Vorteil des Truck Campers ist, dass man auch die so genannten Gravel Roads, also Schotterstraßen, mit ihm befahren kann. Zudem ist er etwas schneller als ein typisches Wohnmobil. Wir haben unsere Reise für August 2018 bereits im November 2017 (sobald unser Urlaub genehmigt war) gebucht und mussten feststellen, dass schon alle Truck Camper für unsere Route (Whitehorse-Vancouver oder Vancouver-Whitehorse) ausgebucht waren. So blieb für uns eigentlich keine richtige Wahl übrig und wir haben uns für die kleinste Variante eines Wohnmobils entschieden. Wir fuhren also mit dem RV C19.


Gebucht haben wir das Fahrzeug über CANUSA. Über diesen Reiseveranstalter haben wir bereits unsere Bahamasreise 2017 gebucht und waren so zufrieden, dass wir auch für unseren Kanada-Roadtrip ein Angebot eingeholt haben. Unser RV (recreational vehicle –> dt. Wohnmobil) war von der Firma Fraserway und wurde dadurch, dass wir über CANUSA gebucht haben, auch nicht teurer als direkt bei dem Vermieter. Für uns gab es daher nur zwei große Vorteile: Wir hatten einen deutschen Ansprechpartner, der jederzeit für uns da war. Zudem hatten wir ein besseres Versicherungspaket sowie eine Reiserücktrittversicherung direkt mit inklusive. 👌🏼

Fraserway

Mit dem Vermieter Fraserway waren wir auch sehr zufrieden. Die Einweisung in das Wohnmobil erfolgte sogar auf Deutsch, was uns ganz recht war, da wir vorher noch nie mit einem Wohnmobil unterwegs waren. Wir hatten quasi null Plan von irgendwas. Nach der Einweisung, die ungefähr eine Stunde dauerte, waren wir um einiges klüger, was das Frisch- und Abwasser, den Strom und das Gas anging. Zudem war ziemlich viel, was auf unserer Einkaufsliste stand, bereits im RV enthalten. So hatten wir beispielsweise direkt ein paar Rollen Toilettenpapier, Spülutensilien und Handtücher. 👍🏼

Vorteile RV C19

Kommen wir noch mal auf den RV C19 an sich zurück. Wir haben die beiden Nachteile gegenüber einem Truck Camper ja bereits benannt, doch es gibt natürlich auch Vorteile. Zum einen ist das Wohnmobil etwas günstiger als ein Truck Camper und zum anderen ist die Fahrerkabine mit dem Wohnbereich verbunden. Man muss also nicht erst aussteigen und dann hinten wieder einsteigen, wenn man mal eben ein Brötchen holen möchte, sondern kann einfach direkt nach hinten gehen (natürlich nicht während der Fahrt!). Diese Verbindung macht das recht kompakte Fahrzeug von Innen dennoch sehr geräumig.

Unser Fazit?

Im Nachhinein waren wir richtig happy mit dem Wohnmobil, da sich die Verbindung zwischen der Fahrerkabine und dem Wohnbereich als extrem nützlich erwies. Zudem waren die besagten Gravel-Roads für unsere Route eh nicht eingeplant und auch die Geschwindigkeit passte, denn schneller als 110 km/h durfte man eh nie fahren und das bekam unser C19 alle Male hin. Mit dem heutigen Wissen würden wir für diese Route jederzeit ein Wohnmobil dem Truck Camper vorziehen. 🚙

 

# Muss ich ein Navi mieten?

Wir haben zu diesem Thema natürlich vorab recherchiert und uns dann gegen ein Navi vom Wohnmobil-Vermieter entschieden. Zum einen wäre das recht teuer und zum anderen haben wir ja unsere Smartphones und im Zweifel ganz altmodisch eine Papier-Landkarte. All zu viele Straßen gibt es außerhalb der kanadischen Städte eh nicht, sodass es dort vermutlich ein Kunststück wäre, sich zu verfahren.
Daniel hat sich die App Maps ME aus dem PlayStore heruntergeladen und wollte testen, wie gut diese ist. Er hat vor der Reise die drei Regionen Yukon, Alberta und British Columbia heruntergeladen, sodass wir alle Karten offline verfügbar hatten. Mit Hilfe der App kann man beispielsweise auch nach Campingplätzen, Tankstellen und Co. suchen. Sie funktioniert also ähnlich wie Google Maps. Allerdings ist es bei Maps ME möglich auch größere Bereiche offline zu nutzen, bei Google ist die Funktion noch nicht so ausgeprägt. Ein weiteres nützliches Feature ist, dass die App auch Fußgängerrouten offline anzeigt. Somit können beispielsweise auch Wanderungen navigiert werden, da auch Wanderwege ersichtlich sind.
Sandra hatte als Plan B, falls Maps ME doch nicht so gut ist, für die großen Städte (Vancouver, Whitehorse, Edmonton) die Karten über Google Maps heruntergeladen. Letztendlich kamen wir außerhalb der Städte mit Maps ME ganz gut zurecht. Innerhalb der Städte hatte die App Probleme uns schnell zu finden, daher haben wir in den Städte auf Google Maps zurückgegriffen.
Unser Fazit lautet also: Man muss kein teures Navi mieten. Ein Smartphone reicht vollkommen aus, wobei wir zur Sicherheit wohl immer eine Papier-Landkarte (gibt es vor Ort beim Wohnmobil-Vermieter oder im Visitor Center) mitnehmen würden, denn manchmal kann auch die Technik versagen.

 

# Campgrounds – das solltet ihr wissen

Zunächst solltet ihr erst einmal wissen, dass es verschiedene Sorten von Campingplätzen in Kanada gibt.

○ Staatliche Campingplätze
○ Provincal Park Campgrounds
○ Private Campingplätze
○ National Park Campgrounds

Jeder Typ unterscheidet sich in Reservierungsmöglichkeiten, Ausstattung und natürlich im Preis.

Auf den staatlichen Campgrounds

…gibt es in der Regel weder Strom- noch Wasseranschlüsse, dafür sind die Campgrounds schöner gelegen als beispielsweise die privaten Plätze. Zum Stellplatz gehört meist neben einer Sitzgelegenheit inklusive Tisch auch eine Feuerstelle mit Feuerholz. Duschen oder Toiletten sucht man hier vergebens. Ein Plumsklo steht jedoch meist bereit. Dafür sind die staatlichen Campingplätze sehr günstig. Gerade mal 12 CAD (ca. 8€) kostet eine Nacht hier. Ein Nachteil ist, dass man die Plätze nicht vorab reservieren kann, sondern hoffen muss, dass ein Platz frei ist. Bei uns hat das jedoch jedes Mal wunderbar funktioniert. 😊 Wir hatten uns bereits im Vorfeld die Plätze im Internet herausgesucht, sodass wir vor Ort keine Zeit mehr mit der Suche verschwenden mussten.

Auf einem Provincal Park Campground

…ist die Ausstattung ähnlich wie auf einem staatlichen Platz. Allerdings gibt es – im Gegensatz zum staatlichen Campground – hier Personal, welches am Eingang tagsüber bei Fragen zur Verfügung steht und mehrfach Kontrollrunden über den Platz macht. Zudem gibt es die Möglichkeit die Plätze im Vorfeld zu reservieren. Allerdings sind die Plätze in einem Provinzpark auch etwas teurer. Wir haben beispielsweise für eine Nacht 26 CAD für den Platz plus 6 CAD Reservierungsgebühr bezahlt.

Private Campingplätze

…werden, wie der Name es sagt, privat betrieben und sind daher darauf ausgelegt viele Besucher anzulocken und gut zu wirtschaften. Das klappt in der Regel gut, wenn viele Leistungen angeboten werden. Daher kann man auf den privaten Campingplätze in der Regel ein so genanntes Full Hook Up erhalten. Das bedeutet, dass Strom- und Wasseranschluss verfügbar sind. Die meisten Campgrounds haben zudem noch extra Services, wie beispielsweise Duschen und Toiletten, WLAN, Feuerholz, Dumping-Station (zum entleeren der Abwassertanks), Waschmaschinen oder sogar eine Tankstelle. Diese Leistungen machen sich natürlich auch im Preis bemerkbar. Eine Nacht kostet hier schnell zwischen 30 und 40 CAD. Wobei die Nutzung der Duschen und Waschmaschinen fast immer extra berechnet wird.

Die National Park Campgrounds

…liegen, wie ihr sicher schon vermutet, in den Nationalparks. Das bedeutet, um zu den Plätzen zu kommen müsst ihr auch den Eintritt in den Nationalparks bezahlen. Wir haben uns im Vorfeld den Discovery Pass gekauft. Dieser ermöglicht den unbegrenzten Zugang zu mehreren Parks, die an diesem Programm beteiligt sind. Der Pass ist ein Jahr lang gültig und kann in beliebig vielen Parks auch mehrmals benutzt werden. Die Campingplätze in den Nationalparks sind sehr gut ausgestattet. Ein Full Hook Up ist hier keine Seltenheit. Teilweise gibt es sogar Plätze, bei denen jeder Stellplatz seine eigene Dumping-Station hat. Die Nutzung der Duschen ist in der Regel gratis, wobei andere Services, wie beispielsweise WLAN oder Waschmaschinen meist nicht angeboten werden. Preislich liegen diese Campingplätze ungefähr gleichauf mit den privaten Plätzen. Wir hatten uns dafür entschieden, diese Plätze vorab zu reservieren. Das erwies sich auch als sehr hilfreich, denn obwohl die Campgrounds in den Nationalparks sehr groß waren, waren sie auch sehr gut besucht.

 

# Brauche ich immer Strom- und Wasseranschluss?

Nö. Dachten wir uns zumindest und hatten auch Plätze, an denen es weder noch gab. Ob das problematisch war? Nicht wirklich. Das Wohnmobil hatte einen 130 Liter Frischwasser-Tank und die wichtigsten Funktionen, wie der Herd, der Kühlschrank oder das Warmwasser wurden über das Propangas betrieben. Die meisten Steckdosen und die Mikrowelle funktionierten allerdings nur mit Stromanschluss. Ein Luxus ist ein Full Hook Up (Strom- & Wasseranschluss) daher alle Male. Man braucht sich keine Gedanken machen, wie viel Wasser noch im Tank vorhanden ist oder ob das Gas noch lang genug reicht, um den Kühlschrank zu betreiben. Dieser wechselt übrigens automatisch auf Strombetrieb, wenn das Wohnmobil angeschlossen wird.
Alle 2-3 Tage mal ein Full Hook Up ist vollkommen ausreichend – finden wir.
Falls solche Plätze nicht verfügbar waren, haben wir uns zumindest nach einer Station umgesehen um den Frischwasser-Tank aufzufüllen und die Abwassertanks zu entleeren. Viele Campingplätze bieten gegen eine kleine Gebühr die öffentliche Nutzung ihrer Dumping-Station an.

 

Nachdem wir nun alle Tipps & Tricks für die erste Phase eines Wohnmobil-Roadtrips durch Kanada losgeworden sind, verabschieden wir uns zunächst von euch. In unserem zweiten Teil dieser Reihe erfahrt ihr dann, was wir alles in unsere Backpacks gepackt und auf die Reise mitgenommen haben. 🎒

 

Also bis demnächst!
Daniel & Sandra

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