Südafrika ??

Wildes Afrika • Natur, Geschichte & Kultur

Von am 11. März 2018

Nachdem wir das Königreich Swasiland erkundet hatten, kehrten wir nach Südafrika zurück. Auf unserem Weg nach Lesotho hatten wir die Gelegenheit die Vielfältigkeit Südafrikas zu erleben. Auf uns warteten Tage voller Abwechslung. Wir sollten die Natur, Geschichte und Kultur des Landes in nur wenigen Tagen so viel besser kennen lernen. ?

 

 

# Safari im Hluhluwe Umfolozi Park

4:30 Uhr – mein Wecker klingelt. Doch anstatt noch mal auf die Schlummertaste zu drücken, bin ich bereits nach den ersten Tönen aus dem Bett. Es geht wieder auf Safari! ? Diesmal geht es mit den 4x4s durch den Hluhluwe Umgolozu Park. Der Park ist ca. 960 km² groß und liegt in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal. Er ist sogar eines der ältesten Wildtierschutzgebiete des Landes. ?

Für uns sollte die Safari wieder einmal unvergesslich werden, denn es warteten viele faszinierende Eindrücke auf uns. Wir hatten die Gelegenheit gleich mehrere Tiere mit ihren Jungen zu beobachten. Zunächst entdeckten wir ein Zebra mit seinem Fohlen…

und wenig später eine Herde Elefanten mit ihrem Nachwuchs.

Gegen Ende der Safari hatten wir dann sogar die Gelegenheit eine Gepardin zu beobachten. Ein wirklich beeindruckender Moment meine Begegnung mit dem schnellsten Landraubtier unserer Erde. ? Diese Tiere sind einfach wunderschön anzusehen.

Für uns sollte dieser Augenblick sogar noch getoppt werden, denn auch die Gepardin hatte ein Junges dabei. ? Sieht es nicht super süß und flauschig aus?

Das Kleine wirkte noch etwas tolpatschig neben seiner Mutter.

Nach einer durch und durch gelungenen Safari kehrten wir in die Unterkunft zurück.

 

# Hafenstadt Durban

Am nächsten Tag führte uns unser Weg in die drittgrößte Stadt Südafrikas – nach Durban. Hier leben knapp 600.000 Menschen. In der gesamten Metropolregion sogar knapp 3,5 Millionen. ? Zu ihnen zählt auch die größte indische Population außerhalb von Indien. Ein guter Grund für uns am Abend ein indisches Restaurant aufzusuchen. ?
Doch Durban hat nicht nur viele Einwohner zu bieten. In der Stadt gibt es den größten Hafen des Kontinents, was sie zu einem sehr wichtigen Wirtschaftsstandort macht. Besonders die Zuckerverarbeitung spielt in der Region eine große Rolle. Andere Exportgüter sind Mais, Erze und Kohle. Durban konnte jedoch auch die Touristen von sich begeistern. Die warme Strömung des indischen Ozeans lockt Surfer an, während die Drakensberge im Hinterland ein Paradies für Wanderer sind.
Für mich gab es leider keine Gelegenheit, die Wellen zu testen. Doch eine Wanderung durch den südafrikanischen Teil der Drakensberge stand noch auf unserem Plan.

Freizeit = Shoppingzeit

Zunächst hatten wir erstmal einen freien Nachmittag in der City zur Verfügung. Ich tat mich mit einer anderen Alleinreisenden zusammen und wir begaben uns auf einen Shopping-Trip.

Ich wollte unbedingt noch ein paar warme Sachen kaufen. Wärme Sachen? Für Afrika? Genau das hatte ich auch gedacht als ich meine Sachen zu Hause gepackt habe… nun hatten uns die Guides jedoch berichtet, dass es übermorgen in Lesotho sehr kalt werden würde. Es war immerhin afrikanischer Winter und Lesotho liegt sehr hoch. Also schnell bei über 20 Grad noch einen Pulli und ein paar Handschuhe gekauft.

Der Village Walk der uShaka Marine World, den wir zu shoppen entdeckt hatten, bot Alles, was wir brauchten.

Nach einem erfolgreichen Einkauf ging es mit der Rikscha zurück ins Hotel. Nun waren wir vorbereitet für Lesotho. ?

Diesen wunderschönen Sonnenuntergang über dem indischen Ozean wollte und konnte ich euch auf keinen Fall vorenthalten. ?

 

# Nelson Mandela zum Mittag

 Am nächsten Tag stand uns eine lange Fahrt in die Drakensberge bevor. Unsere Mittagspause verbrachten wir an der Nelson Mandela Capture Site. Hier erfuhren wir die Lebensgeschichte des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas.

Für diejenigen unter euch, denen es genau so geht, wie mir vor dieser Afrika-Reise. Für diejenigen, die den Namen zwar schon mal gehört haben, vielleicht auch ein Bild im Kopf haben, aber nicht wissen, was genau er bewirkt hat, für euch haben wir die wichtigsten Infos zusammengefasst:

Bereits während seines Jurastudiums setzte sich der junge Nelson für die unterdrückte schwarze Mehrheit Südafrikas ein. Er kämpfte für ihre politischen, sozialen und wirtschaftlichen Rechte. Er engagierte sich im African National Congress (ANC) gegen die Apartheid, also gegen die Rassentrennung, in seinem Land. Mehrmals wurde er für seine Taten verhaftet und wegen Landesverrats angeklagt. Nachdem er im Jahr 1956 mit 155 anderen Aktivisten angeklagt wurde, stand ihm ein langer Prozess bevor. Erst im Jahr 1961 wurden sämtliche Angeklagte freigesprochen. Daraufhin tauchte Mandela unter und lebte unter verschiedenen Pseudonymen meist als Chauffeur oder Gärtner. Sein politisches Engagement setzte sich im Untergrund fort.

Strategiewechsel

Nelson Mandela lehnte den gewalttätigen Kampf stets ab, doch als die Regierung im Mai 1961 auf den Generalstreik der Aktivisten mit der Citizen Force, also der südafrikanischen Wehrmacht, reagierte, änderten auch die Aktivisten ihre Strategie und Mandela wurde zum Anführer des so genannten „Speer der Nation“, also dem Teil der ANC-Organisation, welcher bewaffnet war.
Kurz darauf verließ Mandela unerlaubt das Land und trat in mehreren afrikanischen Ländern als Repräsentant der ANC auf. Er reiste mit dem Ziel politische, finanzielle und militärische Unterstützung für die Organisation zu gewinnen.

Der letzte Prozess

Als er zurück nach Südafrika kehrte, wurde er am 05. August 1962 genau auf der Straße, an welcher sich heute die Ausstellung zu seinem Gedenken befindet, verhaftet. Bei diesem Prozess wurde er wegen Aufrufs zu öffentlicher Unruhe  und Auslandsreisen ohne Reisepass zu insgesamt 5 Jahren Haft verurteilt. In einem weiteren Prozess wurde er wegen Sabotage und Planung eines bewaffneten Kampfes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Dies war der Prozess, in welchem Mandela seine berühmte vierstündige Rede mit dem Titel „I am Prepared to Die“ hielt, denn der Staatsanwalt hatte die Todesstrafe für ihn gefordert. Während seiner Zeit im Gefängnis erhielt Nelson Mandela immer mehr internationale Unterstützung und im Jahr 1988 sogar den Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen. Im Februar 1990 wurde er dann aus der Haft entlassen.

Das Land im Wandel

Kurz darauf wurde er zum Präsidenten des ANC gewählt. Dies ermöglichte ihm die Regierung davon zu überzeugen, das System der Rassentrennung zu beseitigen und eine neue Verfassung zu schaffen. Im Jahr 1993 wurden freie Wahlen verfügt und eine Übergangsregierung festgelegt. Dies war das Jahr, in welchem Mandela mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. Im Folgejahr gewann der ANC die ersten demokratischen Wahlen des Landes und Nelson Mandela wurde zum ersten schwarzen Präsidenten gewählt. Nach dem Ende seiner Amtszeit im Jahr 1999 wurde  der mittlerweile über 80 Jährige zum politischen und moralischen Vorbild. Am 05.12.2013 verstarb Nelson Mandela.

Nach so schwerer Kost zum Mittag, entspannten wir noch etwas in der Sonne und kamen gegen Nachmittag an unserer Unterkunft in den Drakensbergen an. Nun stand Entspannung im Pool auf dem Programm. ???

 

# Wanderung in den Drakensbergen

Nachdem wir am Vortag so viel zu der jüngeren politischen Geschichte Südafrikas und der Unterdrückung der Schwarzen gelernt hatten, standen für heute die Natur und eine weitaus ältere Geschichte auf unserem Plan.
Wir machten uns zu einer Wanderung in den südafrikanischen Teil der Drakensberge auf. Bei den Drakensbergen handelt es sich übrigens um das größte Gebirge des südlichen Afrikas, wobei die höchste Erhebung mit 3482 Metern in Lesotho liegt. In Lesotho werden die Berge übrigens Maloti genannt – mehr zu Lesotho erfahrt ihr in meinem nächsten Beitrag. Erinnert ihr euch an die Zulu? Die größte ethnische Gruppe Südafrikas mit der witzigen Sprache? Ich hatte das in meinem vorherigen Beitrag zum Königreich Swasiland angesprochen.  Die Zulu nennen das Gebirge „uKhahlamba“. Das bedeutet auf Deutsch „Wand der aufgestellten Speere“, da das Gebirge für die vielen Schluchten bekannt ist.

Die San

Unser erster Weg führte uns zu den Felszeichnungen der San. Forscher sind sich heute uneins, wann genau diese ethnische Gruppe das südliche Afrika besiedelten. Die einen sagen, dass die San vor 10.000 Jahren dort hin kamen, andere meinen dass es bereits 25.000 Jahre her ist. Aber wie dem auch sei, es ist eine sehr lange Zeit her. Die San waren ursprünglich reine Jäger und Sammler. Sie leben in Gruppen von 40 bis 200 Mitgliedern. Ein politisches Führungssystem oder ähnliches brauchen die San nicht. Wer gegen moralische Vorstellungen der Gruppe verstößt, wird als Höchststrafe selbst verstoßen. Die Arbeit wird unter den Mitgliedern der Gruppe aufgeteilt und Entscheidungen für die Gruppe gemeinsam getroffen. Ein Zahlungsmittel benötigen die San nicht. Ihre Lebensmittel werden stets gerecht geteilt. Die Jagdwaffen und sonstige Gegenstände werden untereinander verschenkt und wechseln so den Besitzer.
Wir kamen nach einer kurzen Wanderung mit beeindruckender Aussicht…

… zu den Felszeichnungen der San. Diese Zeichnungen in den Drakensbergen sind ungefähr 1000-2000 Jahre alt.

Die Zeichnungen, welche wir uns anschauten, sind bei Weitem nicht die einzigen in den Drakensbergen. Fast in jeder Höhle lassen sich solche Malereien der San finden. Die Zeichnungen stellen Menschen und Tiere dar sowie wichtige Aktivitäten, wie die Jagd, den Tanz und Rituale. In Lesotho lassen sich ebenfalls Felsmalereien der San finden, wobei die Stellen dort meist nicht so zugänglich sind, wie die Orte in Südafrika. Schade ist, dass viele Touristen die Zeichnungen mit etwas Wasser anfeuchten, damit sie auf ihren Fotos noch besser sichtbar sind. Dass die Farbe so vom Wasser beschädigt wird, bedenken leider die wenigsten…

Tiger Falls

Unser Weg führte uns weiter durch die Drakensberge. Unsere Guides wollten uns die Tiger Falls zeigen. Wir alle freuten uns auf schöne Wasserfälle und stiefelten unseren Guides munter hinterher. Bergauf und bergab bis wir an die Tiger Falls kamen…

Mit dem Anblick hatten unsere Guides auch nicht gerechnet. Normalerweise haben die Wasserfälle zu dieser Jahreszeit mehr Wasser. Wir konnten leider nur ein kleines Rinnsal beobachten. ? Schnell machten wir uns wieder auf den Weg durch die Berge.  Unsere Mittagspause konnten wir dann an einem wirklich wundervollen Ort verbringen.

Wir alle waren erschöpft durch die Wanderung in der Mittagssonne und nutzten nun die Gelegenheit uns auf die flachen Steine zu legen. Wir lagen einfach da, schauten in den Himmel und lauschten dem Wasser. Ich hätte noch ewig dort liegen können. ? Doch für uns stand der Rückweg an, damit wir vor Sonnenuntergang noch unsere Unterkunft in Lesotho erreichen würden.

 

In Lesotho wartete übrigens eine recht interessante und abenteuerliche Unterkunft auf uns. Wieso? Das verrate ich euch in meinem nächsten Beitrag in meiner kleinen Afrika-Reihe. ?

Also bis bald!

Sandra

STICHWÖRTER
PASSENDE BEITRÄGE:

Schreibe einen Kommentar

*

Daniel & Sandra
Deutschland

Hey! Es freut uns riesig, dass du den Weg zu uns gefunden hast! Uns verbindet eine große Leidenschaft: das Reisen! Bereits bevor wir uns kennengelernt haben, waren wir viel in der Welt unterwegs. Wir haben unsere Erfahrungen ausgetauscht und sind nun gemeinsam auf Reisen, immer auf der Suche nach neuen Abenteuern. Egal, ob Großstadtdschungel, einsame Inseln, trockene Wüsten, wunderschöne Strände, unendlich erscheinende Landschaften oder atemberaubende Tierwelten. Wir möchten möglichst viel von unserem einmaligen Planeten entdecken und nehmen dich mit auf unsere Reisen! Du findest hier sämtliche Informationen über Reisevorbereitungen, -planungen und -routen, sowie allerhand nützliche Gadgets. Verfolge uns rund um den Globus und lass dich inspirieren!

Suche
Translate ⚐

Diese Website verwendet Cookies um Ihnen das bestmögliche Ergebnis zu bieten. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen

Finde den günstigsten Flug
Beach and Snow - 234x60
Die besten Unterkünfte
Die beste Reisekreditkarte
Santander 1PlusCard
Newsletter


Blogger Relations Kodex
Translate ⚐

Diese Website verwendet Cookies um Ihnen das bestmögliche Ergebnis zu bieten. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen