Südafrika ??

Wildes Afrika • Kruger NP & Panorama Route

Von am 11. Februar 2018

Juli 2015 – deutscher Sommer, afrikanischer Winter. Meine erste Fernreise steht bevor und das Kribbeln im Bauch wird immer stärker. Zeitgleich ist es auch meine erste Reise alleine. 21 Tage würde ich mit Fremden durch den Süden Afrikas reisen. Von Johannesburg bis Kapstadt. Wird das gut gehen?

 

 

# verspätete Ankunft in Südafrika

„Wird das gut gehen?“ Das habe ich mich so oft gefragt. Ich bin zuvor noch nie allein geflogen und ich musste noch nie zuvor bei einem Flug umsteigen. Meine längste Flugreise war bislang gerade mal bis zu den Kanaren…

Zunächst klappte alles besser als erwartet. Ich fand in London schnell das richtige Gate und erreichte problemlos meinen Anschlussflug. Entspannung und Vorfreude machten sich in mir breit. Die Stunden vergingen und unsere Ankunftszeit verschob sich immer weiter nach hinten und da war sie plötzlich wieder, die Frage „Wird das gut gehen?“. Würde das mit dem Transfer zur Unterkunft klappen? Wir waren immerhin über eine Stunde zu spät. Wie verlässlich sind die Afrikaner? Sehr verlässlich und fürsorglich sind die Afrikaner – stellte ich fest. Ich irrte etwas verloren nach der Einreisekontrolle auf dem Flughafengelände in Johannesburg umher, beschloss zunächst Geld zu wechseln und machte mich mental bereit ein Taxi zu suchen, damit ich zur ersten Unterkunft komme. Doch das war gar nicht nötig. Ein Flughafenangestellter bemerkte wohl meine Unsicherheit und schnell war mit seiner Hilfe mein gebuchter Transfer gefunden. Man hatte also wirklich über eine Stunde auf mich gewartet. Ich war total erleichtert.

Endlich am Ziel…

Nach ungefähr einer halben Stunde kamen wir an der Belvedere Estate Lodge an. Ich erhielt die Schlüssel für mein Zimmer und war total begeistert.

Ein wunderschönes „Zimmer“ sollte mein Heim für die erste Nacht sein. Überhaupt war die gesamte Anlage der Lodge sehr schön und gepflegt. Hier ließ es sich super aushalten und erst einmal akklimatisieren.

Am Abend stand ein gemeinsames Abendessen mit den anderen Teilnehmern der Tour an. Ich stellte schnell fest, dass ich nicht die einzige war, die allein reiste und auch nicht die einzige aus Deutschland. Der Betreiber der Lodge gab ein paar Stories zum besten und ich konnte den ersten Tag als durchaus gelungen verbuchen. ?

In der Nacht musste ich übrigens den Kamin in meinem Zimmer anheizen. Ja richtig, ich war in Afrika und brauchte einen Kamin. Die Häuser sind extrem schlecht isoliert und die Nächte im afrikanischen Winter extrem kalt. Die 4 Grad draußen fühlten sich in meinem Zimmer wie maximal 10 Grad an. Zum schlafen waren also dicke Sachen, Schal und ein Feuerchen angesagt. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. ?


 

# anders als gedacht…

Am nächsten Morgen wurden wir von den 3 Guides, die uns die nächsten 21 Tage begleiten würden, herzlich begrüßt. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es dann endlich los. Unser Roadtrip begann!
Ursprünglich stand für den ersten Tag der gemeinsamen Reise die so genannte Panorama Route auf dem Programm. Doch dies wurde spontan umgeplant. Warum? Ehrlich gesagt hatte ich keine Ahnung.?
Wir verbrachten den Großteil des Tages im Truck und ich versuchte nicht all zu enttäuscht zu sein, weil wir nun heute nichts spannendes auf dem Programm hatten.

Die Landschaft, durch welche wir fuhren war unglaublich schön und zum Trost gab es für und alle eine kleine Aufmunterung:

Ich habe mich für einen Peanutbutter-Crêpes mit Banane entschieden. ? Spätestens jetzt hatten alle wieder gute Laune und die Fahrt ging weiter. Gegen Abend erreichten wir die Timbavati Safari Lodge in der Nähe des Kruger Nationalparks. Hier staunte ich erneut, wie unglaublich schön meine Unterkunft für diese Nacht war.

Während manche aus der Gruppe – diejenigen, die sich gegen feste Unterkünfte entschieden hatten – noch ihr Zelt aufbauten, entspannte ich schon an der Bar. Nach und nach trudelten alle ein und wir genossen ein afrikanisches Abendessen inklusive Tanz und Gesang.
Ein wirklich tolles Abendprogramm, doch ich beschloss früh ins Bett zu gehen. Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, denn unsere Safari sollte noch vor Sonnenaufgang beginnen.

 

# Kruger Nationalpark

5:30 Uhr – der Wecker klingelt. Aufstehen! Endlich geht’s auf Safari! Ich war, glaube ich, noch nie so schnell aus dem Bett, geduscht und angezogen, wie an diesem Tag. Schnell die Klamotten in die Reisetasche – ja ich hatte noch keinen Backpack ? – und dann los zum Treffpunkt.
Nachdem wir unser Gepäck in den Truck geladen hatten und unsere Guides uns ein ordentliches Frühstück gezaubert hatten, wurden wir von den so genannten „4×4“ abgeholt. Die Gruppe teilte sich auf mehrere Safari-Fahrzeuge auf und dann ging es endlich los. Ich konnte es kaum erwarten endlich die Tiere zu sehen. ? Wir fuhren von Westen in den Kruger Nationalpark ein, genauer gesagt durch das Orpen Gate.

Infos Kruger Nationalpark

Der Kruger Nationalpark (Achtung! Es heißt wirklich Kruger und nicht Krüger.) ist das größte Wildschutzgebiet Südafrikas. Er umfasst knapp 20.000 km² und wurde bereits im Jahr 1898 gegründet. Obwohl der Park natürlich umzäunt ist, damit so der Schutz der Tiere gewährleistet ist, können diese sich innerhalb der Zäune frei bewegen. Dazu zählt auch, dass sie sich ihre Mahlzeiten selbst suchen beziehungsweise erlegen müssen, da sie natürlich nicht, wie im Zoo, gefüttert werden. Aufgrund seiner Größe bietet der Park zahlreichen Tierarten ein Zuhause. So leben zum Beispiel um die 10.000 Elefanten hier. Insgesamt wurden 147 Säugetierarten im Park gezählt. Zu ihnen gehören auch die so genannten „Big Five“. So wurden bestimmte Tiere früher von den Großwildjägern bezeichnet. Obwohl das Jagen heute verboten ist, ist die Bezeichnung der Tiere immer noch bekannt. Als die „Großen Fünf“ werden Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden bezeichnet.

Meine erste Safari ?

Die Sonne ging gerade auf, als sich die weite Savanne vor uns erstreckte. Direkt am Eingang des Parks konnten wir eine Gruppe Tüpfelhyänen beobachten. Vermutlich waren sie gerade auf der Suche nach ihrem Frühstück.

Ein Stück weiter entdeckten wir dann schon die nächsten Tiere. Eine Herde Kudus stand etwas abseits der Straße. Unser Fahrer stoppte das Fahrzeug und wir hatten Gelegenheit die Tiere zu beobachten und natürlich auch Fotos zu machen.

Sobald alle soweit waren, fuhren wir weiter. Schon vor der Mittagspause hatten wir zahlreiche Bewohner Afrikas erblickt.

Nachdem wir nun, so viele Tiere gesehen hatten, die relativ häufig zu sein schienen, hofften wir alle auf die Big Five. Zu unserer Freude begegneten wir dreien der Big Five an diesem Tag.

Ich war total begeistert von meiner ersten Safari. Zur Mittagspause machten wir Halt an einem der dafür vorgesehenen Rastplätze im Park. Hier war man den Tieren ganz nah – zumindest denen, die nicht menschenscheu sind. Diese Erfahrung musste auch ein etwas stämmigerer Herr machen, der gerade eine Chipstüte öffnen wollte.

So schnell konnte keiner reagieren, wie die kleinen Kerlchen sich die Tüte geschnappt haben und damit auf dem Dach verschwunden waren. Vielleicht haben die beiden auch gemeint, dass dem Mann eine Diät besser täte. ? ? Witzig war die Aktion auf jeden Fall. ??
Zeitnah stiegen wir wieder in die Fahrzeuge und die zweite Hälfte unserer Safari konnte beginnen.
Wir kamen an Flüssen vorbei, die jetzt während der Trockenzeit eher einem Sandkasten glichen…

… und an einem der wenigen Wasserlöcher des Parks.

So konnten wir zum Abschluss unserer Safari auch noch eine Gruppe Krokodile beobachten. Für mich war dieser Tag absolut perfekt. Es ist ein unglaubliches und vor allem unvergessliches Erlebnis all die Tiere, die man sonst nur aus dem Zoo kennt nun einmal in der freien Wildbahn zu treffen.

Schlafen in der Wildnis

Verlassen mussten wir den Kruger NP übrigens nur kurz, nämlich auf der Westseite durch das Phabeni Gate, um in den Nomad-Truck umzusteigen und ein paar Kilometer südlich wieder in den Park zu fahren. Denn unsere Unterkunft für die nächsten 2 Nächte, das Nkambeni Safari Camp, liegt innerhalb des Nationalparks. Als wir einen Wisch unterschreiben mussten, dass wir die beiden Nächte auf eigene Gefahr im Park verbringen wollen und niemanden für Verletzungen und Schäden haftbar machen würden, wurde es mir doch ein wenig mulmig. Aber ich wollte ja schließlich ein wenig Abenteuer und meine kleine Hütte war mal wieder traumhaft.

Das Beste an der Hütte war übrigens die Dusche. Diese befand sich nämlich außerhalb. Durch eine Tür im Badezimmer konnte man diesen Außenbereich betreten und so unter freiem Himmel duschen.

 

# Panorama Route

Nachdem ich die erste Nacht im Kruger NP gut verbracht hatte, wurde an diesem Tag die Fahrt entlang der Panorama Route nachgeholt. Eigentlich sollte diese ja bereits am ersten Tag stattfinden.

Blyde River Canyon

Unser erster Stopp entlang der Panorama Route ist an einem der größten Naturwunder Südafrikas. Der Canyon, welcher hauptsächlich aus rotem Sandstein besteht ragt bis zu 800m an den Seiten des Blyde River empor. Mit dieser Höhe und einer Länge von 26 Kilometern ist der Blyde River Canyon der drittgrößte Canyon der Welt.

Von hier oben war die Aussicht perfekt. Der Canyon schimmert rötlich und das Wasser funkelt in den wunderschönsten Blautönen. Dieser Canyon ist definitiv einen Besuch wert.

Bourke’s Luck Potholes

Nachdem wir den Canyon besichtigt hatten, fuhren wir zu seinem Ursprung: Bourke’s Luck Potholes (dt. Burkes Glück-Strudellöcher). An der Stelle, an welcher der Treuer River in den Blyde River mündet, sind durch Auswaschungen tiefe Löcher im Gestein entstanden.

Benannt wurde der Ort übrigens nach dem Goldsucher Tom Bourke, der an dieser Stelle tatsächlich fündig wurde und ein wenig Gold abschöpfen konnte. Viele Besucher glauben daher, dass diese Strudellöcher das Glück versprechen, weswegen sich heute zahlreiche Münzen in ihnen befinden.

God’s Window

Unser letztes Ziel entlang der Panorama Route war das so genannte God’s Window (dt. Gottes Fenster).

Von dem Aussichtspunkt blickt man auf das ca. 700 Meter tiefer liegende dichtbewaldete Lowveld. Beim Lowveld (dt. triefen Feld) ist die Rede von einer Region, die sich im Nordosten Südafrikas entlang der Grenzen zu Botswana, Mosambik und Simbabwe erstreckt. Das Lowveld liegt 150 bis 900 Meter über dem Meeresspiegel und ist im afrikanischen Sommer sehr regenreich, wodurch es zur einzigen Malariaregion des Landes wird. Aber das sollte mich nicht weiter kümmern, ich war schließlich bei 25°C im afrikanischen Winter hier. ✌? So konnte ich ganz entspannt den Ausblick auf die grüne Umgebung genießen.

 

# Waren wir verrückt? Vielleicht.

Unsere Gruppe hatte eine Menge Spaß und in Anbetracht der Nähe zu Gott am God’s Window, legten wir spontan einen „Leopard-Dance“ hin. Wie das aussah wollt ihr lieber nicht wissen. ? Was das Ziel war? Uns eine Leoparden-Sichtung für die Safari am nächsten Tag zu ertanzen. Ob das funktioniert hat? Yep. ✌?

Bei unserer zweiten Safari durch den Kruger Nationalpark am nächsten Vormittag haben wir den vierten der Big Five erspäht. Er hatte es sich in der Sonne gemütlich gemacht. Als mehr uns mehr Besucher kamen, denn so eine Sichtung bleibt nicht unbekannt, machte der Leopard sich zu einem ruhigeren Örtchen von Dannen. Ob es nun an unserem fragwürdigen Tanz lag oder einfach Glück war, wir alle waren begeistert, den Leoparden gesehen zu haben.

Wir sollten noch mehr Glück haben an diesem Vormittag, denn unweit der unbefestigten Straße stand ein Nashorn im Gebüsch.

Damit war sie vollständig, unsere „Sammlung“ der Big Five. Munter fuhren wir unserem nächsten Ziel entgegen: Swasiland.

 

Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr schon mal nach Afrika gereist? Falls ja, wohin genau? Falls nein? Konnte ich euch mit meinem Beitrag ein wenig Fernweh machen? Möchtet ihr nicht auch einmal auf Safari gehen und die Big Five in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten?

 

Liebe Grüße

Sandra 

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