Bulgarien ??

Medizin gegen Fernweh: Kurztrip nach Sofia

Von am 21. Mai 2018

„Bis wir nach Kanada fliegen dauert es noch so lange.“ Daniel war total niedergeschlagen bei der Aussicht noch 5 Monate warten zu müssen, bis wir zur nächsten Reise aufbrechen würden. Es dauerte nicht lange und ich hörte ihn fragen: „Sollen wir vorher nicht noch mal ein Wochenende weg?“ Na klar!

So nahm dann Alles seinen Lauf. Schnell war klar, dass das Osterwochenende genügend Zeit für einen entspannten Kurztrip bietet. Mindestens genauso schnell, wie der Termin, war das Ziel gefunden. Ausschlaggebend waren vor allem 2 Dinge: Unser Ziel sollte möglichst nah sein, aber auch in einem Land liegen, in welches wir zuvor noch nie gereist waren. Unsere Wahl fiel auf Sofia, die Hauptstadt von Bulgarien. ?

 

 

Wer unsere Hauptstadtbeiträge verfolgt, weiß, was als nächstes kommt. Richtig, ein paar Infos zu dem Land. ?

 

# Infos Bulgarien

Bulgarien gehört zu den so genannten Balkanstaaten und liegt demnach in Osteuropa. Das Land grenzt beispielsweise an Rumänien, die Türkei, Griechenland und das schwarze Meer. Bei Touristen ist Bulgarien für den Sonnen- und Goldstrand bekannt und beliebt.

In Bulgarien leben rund 7 Millionen Einwohner auf einer Fläche, die ungefähr einem Drittel der Fläche Deutschlands entspricht. Ungefähr jeder sechste Bulgare lebt in der Hauptstadt Sofia, was sie zur größten Stadt des Landes macht. Die Staatsform ist die Parlamentarische Republik. Obwohl Bulgarien zur EU gehört, gibt es hier nicht den Euro sondern Lew (BGN). Ein Euro entspricht ungefähr 1,96 BGN.

Die Tiefebenen des Landes werden durch die beiden Flüsse Donau und Mariza geprägt, während das Balkangebirge einmal quer durch das Land verläuft. Das Balkangebirge ist das Gebirge, welches von der Hauptstadt Sofia aus sichtbar ist. Allerdings liegt die höchste Erhebung des Landes nicht im Balkan- sondern im Rila-Gebirge im Süden des Landes. Der Gipfel des Musala ist 2925 Meter hoch, womit er nicht nur der höchste Bulgarien sondern der gesamten Balkanhalbinsel ist.

Aber genug mit den Infos, kommen wir mal zu unseren Erlebnissen an den zwei Tagen in der Hauptstadt. ?

 

# Ankunft und erste Verwirrung

Unser Flieger ging Freitagmorgen von Dortmund aus, sodass wir gegen 12:30 Uhr in Sofia landeten. Wir hatten uns über AirBnB eine kleine Wohnung gemietet und würden von unserem Gastgeber an der Bushaltestelle abgeholt werden. Er hatte uns sogar genau geschrieben, welchen Bus wir nehmen müssen und wo wir umsteigen müssen, um bei ihm anzukommen.

Für ein Tagesticket haben wir umgerechnet knapp 2€ pro Person zahlen müssen. Von solchen Preisen kann man in Deutschland nur träumen. ?Als wir an der richtigen Bushaltestelle ankamen, waren wir ganz froh, dass unser Gastgeber auch gesagt hatte, wie viele Stopps wir mit dem Bus fahren müssen, denn die Eagle Bridge, an welcher wir umsteigen mussten, erkannten wir auf dem Fahrplan nun nicht direkt. ?

Die kyrillischen Schriftzeichen hatten wir irgendwie so gar nicht auf dem Schirm. ?

Sicherheitshalber – falls wir uns verzählen sollten – befragten wir noch schnell Google, wie die Adlerbrücke auf bulgarisch heißt und bekamen schnell die entsprechenden kyrillischen Wörter ausgespuckt. All zu viel brachte uns das allerdings nicht, da es keine Anzeige im Bus für die nächste Haltestelle gab.

Wir zählten also fleißig die Haltestellen mit und versuchten immer einen Blick auf die Haltestellenschilder an der Straße zu erhaschen. ? Nach einer knappen 3/4 Stunde kamen wir an unserer Endstation an, wo unser Gastgeber schon wartete. Perfekt. ?

 

# Endlich wieder auf Erkundungstour

Nachdem wir das Apartment bezogen und uns eingerichtet hatten, ging es endlich los. Wir waren endlich wieder in einer fremden Umgebung und konnten es kaum erwarten die Stadt zu entdecken. Zwei 1,5 Tage voller neuer Eindrücke lagen vor uns.

Unser erstes Ziel war erneut die Eagle Bridge Haltestelle, denn direkt nebenan liegt der Borisova Gradina.

Der Park ist mindestens genau so schön, wie groß. Der blaue Himmel und die Frühlingssonne lockte auch zahlreiche Einheimische in den Park. Skater, Spaziergänger, Zeitungsleser und Musiker – alle genossen das schöne Wetter. Doch Moment? Wo sind die Touristen? Wo sind die typischen Japaner-Gruppen? Wir konnten niemanden entdecken. ? Wir waren so ziemlich die einzigen, die mal ein Foto machten. ?

Nachdem wir uns im Park noch ein Eis gegönnt hatten…

Hier zahlt man das Eis übrigens nicht nach Kugeln, sondern nach Gewicht. Jedes Eis kommt auf die Waage und je nachdem, wie viel Gramm man hat, danach richtet sich der Preis. Eine echt kundenfreundliche Angelegenheit, da so der Preisvergleich viel einfacher ist. Zudem ist es günstiger als eine vergleichbare Portion in Deutschland und extrem lecker. Also probiert es auf jeden Fall, wenn ihr dort seid!

… Also mit dem Eis in der Hand machten wir uns auf den Weg zum National Palace of Culture.

Wir hatten den Park gerade verlassen, da kamen wir an diesem Häuschen vorbei. Na, wer von euch weiß, wofür das gut ist?

In dem Häuschen sitzen Menschen, die manuell die Ampeln an Kreuzungen schalten. Ja, ihr habt richtig gelesen. In Sofia wird der Verkehr an vielen Kreuzungen von Menschenhand geregelt. Der Vorteil ist ganz klar ein flüssiger Verkehr und viele Arbeitsplätze. Eigentlich ganz cool diese altmodische Variante, oder?

Der Weg bis zum Nationalen Kulturpalast war etwas weiter als erwartet. ? Dafür erwartete uns vor Ort eine hübsche kleine Parkanlage, die wir direkt für eine Pause nutzten.

Im Nationalen Kulturpalast finden sowohl Opern, Ballettaufführungen und Konzerte als auch Kongresse und Ausstellungen statt. Das Gebäude wurde erst 1985 fertig gestellt und ist aktuell das größte Kongresszentrum Südosteuropas. Das klingt nach vielen Menschen und Trubel, oder? ? Zum Glück war keine Veranstaltung als wir dort waren und wir konnten einfach nur dort verweilen und die Umgebung genießen.

Als nächstes Ziel auf unserer Erkundungstour hatten wir uns die Alexander Newski Kathedrale ausgesucht. Wenn man nach Sofia googelt, ist sie eines der ersten Bilder, welches gezeigt wird. Und mit ihren goldenen Elementen wirkte sie schon auf den Bildern sehr sehenswert. So ist es auch wirklich. Die Kathedrale steht frei auf einem großen Platz und überragt alles, was in ihrer Nähe steht. Die goldenen Kuppeln funkeln im Sonnenlicht und der gesamte Anblick ist einfach nur beeindruckend. Sie wird übrigens heute noch aktiv für Gottesdienste genutzt.

Die Kathedrale wurde zum Gedenken an Zar Alexander II und die rund 20.000 gefallenen Soldaten errichtet, die ihr Leben bei der Befreiung Bulgariens von der osmanischen Herrschaft verloren haben.

Nachdem wir uns alles angesehen hatten und auch mal einen Blick ins Innere der Kathedrale geworfen hatten, endeckten wir sie endlich: Die asiatischen Touristen. ?Aber das sollte dann auch die einzige Begegnung mit ihnen sein.

Wir setzten unseren Weg zu einem sehr viel kleineren aber dennoch mindestens genauso hübschen Gotteshaus fort. Wir spazierten zur russischen Kirche Sv. Nikolai.

Sie wurde 1914 als offizielle Kirche der russischen Botschaft und russischen Bevölkerung geweiht. Bevor die Kirche erbaut wurde stand dort übrigens die Saray-Moschee, welche jedoch während des Russisch-Osmanischen-Krieges und der Befreiung Bulgariens aus der Osmanischen Herrschaft vollständig zerstört wurde.

Unseren Tag wollten wir mit einem Besuch der Tsar Ivan Shishman Straße beenden. Die Straße ist bekannt für ihre Streetart. Auf unserem Weg dorthin kamen wir jedoch hier vorbei:

Das ist ein Knieladen. Sie entstanden, weil die Mieten früher für viele Menschen zu hoch waren und sie daher ihre Waren aus ihren Kellerfenstern heraus verkauften. Heute findet man noch den einen oder anderen vor einem solchen laden Knien und die Auslagen betrachten. Eigentlich ganz clever, oder?

In der Shishman Street angekommen, gab es dann das eine oder andere Kunstwerk zu sehen, wobei wir gedacht hätten, dass es doch ein wenig mehr wären.

 

# Hauptstadtbummel Teil 2

Unseren zweiten Tag in Sofia begonnen wir wieder mit einem Besuch in einem Park. Heute stand zunächst der Gradska Gradina auf unserem Programm.

Wir hatten nicht mehr all zu viele Pläne für heute daher bummelten wir viel einfach umher. Spazierten durch den kleinen Park und entdeckten dabei eher zufällig das Ivan Vazov National Theater.

Das hatten wir vermisst. Einfach in einer fremden Umgebung umher laufen, ohne zu wissen was sich hinter der nächsten Ecke verbirgt. ?

Als nächstes stand die St. Georgs Rotunde auf unserem Plan. Die frühchristliche Kirche ist das älteste Gebäude der Stadt. Bereits im 4. Jahrhundert legten die Römer den ersten Stein. Damals hieß die Stadt hier noch Serdica.

An der Kirche fielen uns die vielen Bäume mit den Bändern in rot-weiß besonders auf. Sandra hatte im Vorfeld schon von diesem uralten Brauch gelesen. Die Bulgaren schenken sich die so genannten Marteniza am 1. März  beziehungsweise in der ersten Märzwoche. Die rote Farbe steht für rote Wangen (= Gesundheit) und die weiße Farbe für weißes Haar (=hohes Alter). Die Bänder sind also eine Art Talisman, welche auf der linken Seite, der Herzseite, am Körper getragen werden. Sobald man das erste Frühlingszeichen, zum Beispiel ein blühender Baum oder eine Schwalbe, erblickt, spätestens jedoch am 1. April, wird das Band an einen Baum gebunden und man wünscht sich etwas.

Wir finden, dass das ein wirklich hübscher Brauch ist. Er stammt übrigens aus dem 7. Jahrhundert und wird heute noch so sehr gelebt, dass wir während unserer Zeit in Sofia zahlreiche Bäume mit dem Schmuck entdeckten. Doch hier an der St. Georgs Rotunde waren definitiv die meisten Martenizas in den Bäumen. Vielleicht, weil hier noch die Ruinen der historischen Stadt zu sehen sind. Die Ruinen, welche bereits dort waren, als dieser Brauch entstand.

Nun stand eigentlich nur noch ein Punkt auf unserer To Do, der Vitosha Boulevard. Auf unserem Weg zu dieser bekannten Einkaufsstraße kamen wir an der Kathedrale Sweta Nedelja vorbei.

Diese mittelalterliche Kirche wurde in ihrer Geschichte mehrmals zerstört und aufgrund dessen immer wieder neu auf- beziehungsweise umgebaut. Sie ist übrigens auf den Ruinen der römischen Thermen von Serdica errichtet worden. Heute ist sie die Kathedrale des bulgarisch-orthodoxen Erzbischofs von Sofia.

Ähnlich zufällig, wie an der Kirche, kamen wir am Justizpalast von Sofia vorbei, der direkt zu Beginn des Vitosha Boulevard liegt.

Die Straßenbahn auf dem Bild ist übrigens noch eines der neueren Modelle. Ab und an fuhr eine Bahn vorbei, die aussah als würden wir uns im Jahr 1901 befinden, als die erste Bahn durch die Hauptstadt fuhr.

Der Vitosha Boulevard ist eine Fußgängerzone, die von Geschäften, Bars und Restaurants gesäumt ist. Wir haben uns für ein frühes Mittagessen in Raffys Bar entschieden. Und diese Entscheidung war wohl die Beste des Tages. ? Der Service war super, die Preise laut Karte echt gut und die Portionen unglaublich. Wir bestellten 2 Getränke, 1x Chicken Crispers, 1x Hummus mit Brot, 1x Salat und 1x die Wurstplatte. Alles zusammen kostete nicht mal 35 Euro.

Hätten wir gewusst, dass die Platte so riesig wird, und unsere Vorspeisen die Größe eines Hauptgerichtes haben, hätten wir nicht beides bestellt. ? Zum Glück konnten wir die Wurst und den Schinken hinterher mitnehmen und hatten so für unsere restliche Zeit in Sofia ausgesorgt. ? Also falls ihr mal am Vitosha Boulevard seid, Raffys Bar ist auf jeden Fall eine Empfehlung von uns.

Nach dem Essen schlenderten wir noch ein wenig an den Schaufenstern entlang …

…und ließen uns durch die Stadt treiben.
Unsere Zeit in der bulgarischen Hauptstadt war nun fast vorbei, am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, um den Flieger um 6:00 Uhr zurück nach Deutschland zu bekommen. Schade, dass wir nur ein Wochenende weg waren, wir hätten uns auch gut ins Auto setzen können und weiter zum Goldstrand reisen können. Aber so ist das nunmal, wenn man berufstätig ist… Vielleicht ergibt sich ja noch mal ein Wochenendtrip bevor wir nach Kanada fliegen. ?

Liebe Grüße

Daniel & Sandra

STICHWÖRTER

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