Schweden ??

Die Hauptstädte Skandinaviens • 3/4 Stockholm

Von am 27. Mai 2017

Nachdem wir bereits in der norwegischen Hauptstadt Oslo und im finnischen Helsinki unterwegs waren, ging es für uns in die nächste skandinavische Hauptstadt nämlich nach Stockholm. Schweden – Das Heimatland von Köttbullar, Ikea und Pippi Langstrumpf hat uns an nur einem Tag komplett verzaubert.

Aber ihr ahnt es vielleicht schon, bevor wir von unseren Erlebnissen erzählen, gibt es, wie bei jedem Hauptstadtbericht, ein paar Länderinfos für euch.

 

# Infos Schweden ??

Laut Definition ist Schweden immer ein Teil Skandinaviens. Geografisch ist es zwischen Norwegen im Westen und Finnland im Osten einzuordnen. Im Süden gibt es eine Brücke zwischen Malmö und Kopenhagen, die Schweden und Dänemark verknüpft. Zu Schweden gehören über 220.000 Inseln, denkt man so gar nicht, oder? Generell ist der Großteil Schwedens flach, maximal etwas hügelig. Entlang der Grenze zu Norwegen jedoch befindet sich das skandinavische Gebirge, welches auch Skanden genannt wird. Der höchste Berg Schwedens ist dort anzutreffen. Der Kebnekaise hat eine Höhe von 2.104 Metern.

Im Januar 2017 überschritt die Einwohnerzahl Schwedens erstmalig die 10 Millionen-Grenze. Im Vergleich zu Norwegen und Finnland ist Schweden dichter besiedelt, hier leben ungefähr 22 Einwohner pro km². Schwedens Staatsform ist eine parlamentarische Erbmonarchie, wobei zurzeit König Carl XVI. Gustaf das Staatsoberhaupt ist. Bereits seit 1643 ist Stockholm die Residenz des Königs. Im Übrigen ist Stockholm auch die größte Stadt Skandinaviens. Genau wie Finnland ist Schweden seit 1995 ein Mitglied der europäischen Union, hat allerdings nicht den Euro als Währung akzeptiert. Die Währung sind die Schwedischen Kronen, wobei 1 SEK ungefähr 0,10€ entsprechen. Ach bevor wir das vergessen, auch Schweden hat unser geliebtes Jedermannsrecht. Ihr wisst schon: Achtet auf euren ökologischen Fußabdruck und dann ist campen und grillen in der Natur erlaubt.

Bitte achtsam sein!

Solltet ihr vorhaben wild zu campen, so müsst ihr euch bewusst sein, dass es in Südschweden mittlerweile wieder viele wilde Wildschweine gibt. Obwohl die Population in Schweden einst komplett ausgerottet war, gibt es heute ungefähr 90.000 Tiere. Das kommt daher, dass in den 1970er Jahren ein paar Schweine aus Wildgehegen ausbrechen konnten, welche in der Natur überlebensfähig waren. Heute steigt die Anzahl der Schweine immer noch, sodass jedes Jahr circa 25.000 Wildschweine erlegt werden. Auch die Anzahl der Elche in Schweden ist kritisch. So hübsch die Tiere auch anzusehen sind, so gefährlich sind sie für den Autofahrer. Daher wird der Elch-Bestand jährlich um 1/3 reduziert. Im Übrigen gibt es auch in Schweden besondere Schutzprogramme für Raubtiere, wie Braunbären, Wölfe und Luchse, sodass die Bestände sich auch wieder im Wachstum befinden. Wir haben leider keines der Tiere gesehen, was aber wohl daran liegen mag, dass sie nicht gerade in der Hauptstadt flanieren gehen. ?

 

# Land in Sicht

Ihr wisst ja schon aus unserem letzten Beitrag zu der finnischen Hauptstadt Helsinki, dass wir mit der Fähre über Nacht von Finnland nach Schweden gereist sind. Es war noch früh, gerade mal 5:00 Uhr am Sonntagmorgen, als unser Wecker ging. Schnell in die Dusche, Sachen zusammenpacken und dann an Deck.

Es war 6:00 Uhr morgens, als wir mit der Fähre in Stockholm anlegten. Wir beschlossen unser Auto irgendwo am Straßenrand zu parken und uns zu Fuß auf den Weg zu machen. Einsam und verlassen waren die Straßen um diese Uhrzeit. Umso besser, dachten wir uns. Wann hat man schon einmal eine Hauptstadt für sich allein? Und dann auch noch die größte Skandinaviens!
Mit einem Smoothie in der einen und einem Brötchen in der anderen Hand machten wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum. Wir spazierten dabei ein Stück durch den Humlegården …

… und trafen dann doch noch auf andere Menschen. Die Straßenreiniger arbeiten hier anscheinend auch an Sonntagen.

Wir waren knapp zwei Stunden unterwegs, bestaunten die hübschen Häuser, genossen das gute Wetter und kamen dann am „Strömkajen“ dem Fähranleger im Zentrum der Stadt an.

Wir hatten vor unserer Reise schon viele Empfehlungen bekommen, was wir uns in Stockholm anschauen sollten. Aufgrund der frühen Uhrzeit beschlossen wir uns erst einmal auf der Halbinsel Djurgården umzusehen.

Ein Vormittag auf Djurgården und in Östermalm

Wir spazierten am Wasser entlang und konnten einen Blick auf das Sjöhistoriska (Seehistorisches Museum) und den Kaknästornet (Funkturm) werfen.

Der Turm, welcher in der 30. Etage auch ein Restaurant hat, ist im Übrigen die höchste Aussichtsplattform (155m) für Touristen in Stockholm. Auf der Halbinsel Djurgården gibt es noch zahlreiche andere „Points Of Interest“, wie man so schön sagt. Neben mehreren Museen kann man beispielsweise das Schloss Rosendal, das Skansen-Aquarium oder den Freizeitpark Gröna Lund besuchen. Wir entschieden uns aufgrund einer Empfehlung dazu, das Vasa Museet zu besuchen. In dem Museum ist die Geschichte des Kriegsschiffes Vasa veranschaulicht. Die Vasa war das größte und am stärksten bewaffnete Kriegsschiff seiner Zeit. Bei ihrer Jungfernfahrt im Jahr 1628 ist sie allerdings gerade mal nach 1,3 km und 20 Minuten Fahrt wegen schwerer Konstruktionsfehler gesunken. 1956 wurde das Schiff auf dem Hafenboden entdeckt, 1961 geborgen und anschließend restauriert sowie konserviert. Das Schiff ist heute in dem Vasa Museum ausgestellt und ist sehr gut erhalten.

Nach so viel Geschichte im dunklen Museum war unser nächstes Ziel das Stadtviertel Östermalm. Auf dem Weg dorthin, beim Verlassen der Halbinsel Djurgården kamen wir an dem hübschen Gebäude des Nationalmuseums vorbei, konnten uns jedoch nicht überwinden bei dem strahlend blauem Himmel noch ein Museum zu besuchen.

Im Stadtviertel Östermalm machten wir einen Zwischenstopp am Brunnen im Park Karlaplan.

Anschließend führte uns unser Weg zu der berühmten 3.000m² großen „Östermalm Saluhall“. Im Jahr 1888 wurde die Markthalle in Anwesenheit von König Oscar I. eröffnet. Die Architekten Isak Gustaf Clasen und Kasper Salin wurden bei Reisen nach Deutschland, Frankreich und Italien inspiriert und kreierten so das Bauwerk aus Backstein und Gusseisen.

Leider wurde die Markhalle in der Zeit als wir dort waren renoviert, sodass wir nicht hineingehen konnten. Wirklich sehr schade, vor allem Sandra hätte sich gern im Inneren umgeschaut.

Gamle Stan (Altstadt)

Nachdem wir am Vormittag schon so viel gesehen und erlebt hatten, knurrte uns mittlerweile der Magen. Wir machten uns auf den Weg in die Altstadt. Wir dachten uns, in der Einkaufsstraße Västerlånggatan bekommen wir sicher etwas leckeres in unsere Bäuche. Und genau so war es auch! In einem hübschen kleinen Restaurant saßen wir auf der Terrasse und genossen die schwedische Spezialität Köttbullar.

Umgerechnet mussten wir ungefähr 50,00€ für unser Mittagessen (2x Köttbullar, 2 Getränke, 2 Zimtschnecken) zahlen, doch das hat sich gelohnt. Die Fleischbällchen waren super lecker und die Zimtschnecken das perfekte Dessert. ??

Mårten Trotzigs Gränd

Gut gestärkt begann der zweite Teil unserer Entdeckungstour in Stockholm. Nun stand die Altstadt an. Zunächst wollten wir zur schmalsten „Straße“ der Stadt – zur Mårten Trotzigs Gränd. Diese Gasse ist an der engsten Stelle gerade mal 90cm breit. Ein Auto passt hier auf keinen Fall durch, aber das soll es auch gar nicht, in der gesamten Altstadt herrscht nämlich Autoverbot. Die Gasse wurde im Übrigen nach einem Deutschen benannt. Vermutlich hieß er Martin Traubtzich. Er war ein Kaufmann, der im Jahr 1581 nach Schweden ausgewandert ist und durch seinen Handel mit Eisen und Kupfer zum reichsten Einwohner Stockholms wurde. Er hatte mehrere Eigentumsimmobilien am heutigen Mårten Trotzigs Gränd, weswegen diese „Straße“ seinen Namen trägt.

Die Gasse, die die berühmte Einkaufsstraße Västerlånggatan mit der Prästgatan verbindet, fällt zwischen den Häusern aufgrund ihrer Größe kaum auf. So kam es, dass auch wir fast daran vorbei gelaufen wären. Als wir sie dann jedoch entdeckt hatten, ließen wir es uns nicht nehmen, einmal hinauf und hinunter zu laufen. Durch die Enge der Straße und die altertümliche Beleuchtung kommt man sich etwas in eine andere Zeit versetzt vor. Wenn ihr in der Altstadt unterwegs seid, schaut doch einfach mal dort vorbei.

Es wird königlich…

Nach diesem kurzen Besuch schlenderten wir die Einkaufsstraße entlang, stöberten durch den einen oder anderen Souvenirladen und kamen letztendlich direkt neben dem Stockholmer Schloss (schwed. Kungliga Slottet) aus.

Wir hatten ja bereits erwähnt, dass es in Schweden die Erbmonarchie gibt und dass zurzeit König Carl XVI. Gustaf das Staatsoberhaupt ist. In dem Stockholmer Schloss sind die Büros des Königs und seiner Familienmitglieder beherbergt. Das Schloss dient repräsentativen und zeremoniellen Zwecken, ist jedoch nicht (mehr) der Wohnsitz der Königsfamilie. Wer mag, der kann Teile des Schlosses besichtigen, wie beispielsweise die Schatzkammer oder die königliche Rüstkammer. Für viele Touristen ist der zelebrierte Wechsel der Palastwache (täglich um 12:15 Uhr / sonntags um 13:15 Uhr) eine große Attraktion. Wir haben dies jedoch nicht erlebt.


Das Schloss im Zentrum von Stockholm wurde zwischen 1690 und 1750 nach den Plänen von Nicoodemus Tessin d. J. gebaut und  steht auf dem Fundament einer Burg von Gustav Vasa aus dem 16. Jahrhundert. Ihr erinnert euch? Vasa hieß auch das gesunkene Kriegsschiff. Denn, Gustav Vasa war von 1523 bis 1560 König von Schweden und dafür verantwortlich, dass Schweden die Unabhängigkeit von Dänemark erlangte.

 Auf der anderen Wasserseite ist der Blick auf das Schloss etwas besser. Das Gebäude rechts neben dem Stockholmer Schloss ist der schwedische Reichstagsgebäude (schwed. Riksdagshuset). Das Gebäude wurde zwischen 1897 und 1905 errichtet und wirkt neben dem riesigen Schloss etwas mickrig. Dieser Eindruck verschwindet jedoch schnell, wenn man direkt vor dem hübschen Gebäude steht.

Vom königlichen Arbeitsplatz zum königlichen Wohnsitz ??

Nachdem wir uns den gesamten Tag das Zentrum von Stockholm angeschaut hatten, kehrten wir zu unserem Auto zurück und fuhren ungefähr eine halbe Stunde zum Schloss Drottningholm.

Seit 1982 ist die königliche Familie ganzjährig in dem ehemaligen Sommerwohnsitz eingezogen. Das „schwedische Versailles“, wie das Schloss Drottningholm auch genannt wird, wurde – nachdem es 1661 vollständig niedergebrannt war – nach den Plänen von Nicodemus Tessin d. Ä. errichtet. Aufgrund des Todes des Architekten, vollendete sein Sohn Nicodemus Tessin d. J. die Fertigstellung des Bauwerkes. Der Architekt Nicodemus Tessin d. J. hat also nicht nur beim Stockholmer Schloss sondern auch beim Schloss Drottningholm seine Finger im Spiel gehabt.

Wir finden, dass das Anwesen wirklich super schön ist und der Schlossgarten oder vielmehr der riesige Schlosspark lädt zu einem Spaziergang ein. Ihr solltet euch einen Ausflug zu diesem Schloss auf keinen Fall entgehen lassen, wenn ihr in Stockholm unterwegs seid.

 

Wie sieht es denn eigentlich bei euch aus? Wart ihr schon einmal in Stockholm? Was habt ihr gesehen? Habt ihr auch Köttbullar gegessen?

 

Alles Liebe!

Daniel & Sandra ?

 

STICHWÖRTER

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